| Kunst:
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Seit meiner Kindheit interessiere ich mich für
Zeichnen und Modellieren. Aus Knetgummi entstanden damals mit meinen Freunden
zusammen ganze Welten, bevölkert von Rothäuten und Bleichgesichtern,
Elefanten- und Antilopenherden und Großwildjägern und Ritterheere
mit Dutzenden von Figuren.
Anfang der 80er Jahre zeichnete ich den Referendars- und Lehrer-Comic
"Gott vergibt - wir beide nie!", der die Lehrerausbildung und
Lehrerarbeitslosigkeit zum Thema hat.
Seit einigen Jahren besuche ich regelmäßig Bildhauerkurse, um
die eigene Kreativität zu fördern und Arbeitstechniken zu lernen
und zu üben. Das Resultat kann man in unserem Garten besichtigen:
Wasserspeiende Frösche und Löwen, die ich aus Beton gegossen habe,
stehen überall herum.
Durch meinen Beruf als Lehrer hatte ich mit mechanischen Prinzipien
und Maschinen zu tun, und ich entwickelte eine Vorliebe für mechanische
Skulpturen, insbesondere für die des Schweizer Künstlers Jean Tinguely.
Seine Spezialität war es, völlig unnütze Maschinen zu bauen,
allerdings nicht aus Pappe, sondern aus Metall und Holz, viele davon
saalfüllend. Besonders reizvoll finde ich jene Objekte, die Tinguely
zusammen mit seiner Frau Niki de Saint-Phalle realisiert hat. Er baute
die oft kalt und technisch wirkenden Maschinen und sie als Kontrast
dazu z.T. riesige Skulpturen aus Beton und Polyester, die farbenfroh bemalt
wurden. 1999 besuchten wir das Tinguely-Museum in Basel. Bei dieser Gelegenheit
statteten wir auch dem Technikmuseum "Technorama" im nahegelegenen Winterthur
einen Besuch ab. Dort fand gerade die Sonderausstellung "Kabinett der Mechanik"
statt, zu sehen waren u.a. 30 Exponate des "Cabaret Mechanical Theatre" aus
London, witzige kleine Maschinen aus Holz und Metall, angetrieben durch eine
Kurbelmechanik. Der sichtbar im Sockel untergebrachte Mechanismus bewegte
kleine Figuren, der Titel der Apparate deutet die Geschichte an, die
erzählt wird: Vogel-Beobachter, Löwenbändiger, Vergiftete
Milch, Skifahrender Hund, Wellenmaschine, Das Beratungsgespräch,
Einschlaf-Automat. Später stieß ich auf Papierausschneidebogen
mit ähnlichen Objekten von den gleichen Künstlern. Ich besann mich
auf meine weit zurückliegenden Bastelerfahrungen mit Schiffen und Burgen
aus Papier und baute einige mechanische Papierskulpturen von Paul Spooner,
Peter Markey, Keith Newstead und anderen zusammen. Das gefiel mir so gut,
dass ich anfing, selber Papier-Maschinen zu konstruieren.
Die Papier-Maschinen versuchen nicht, die Wirklichkeit möglichst naturgetreu
im verkleinerten Maßstab nachzubilden, sondern grundlegend ist eine
Bewegungsidee oder eine Geschichte, die erzählt werden soll. Es sind
insofern Originale im Maßstab 1 : 1.
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